Ursprung des Fort de Fermont
Ursprünge der Maginot-Linie
Warum wurde das Fort de Fermont gebaut?
Das Fort de Fermont hat seinen Ursprung im besonders angespannten Kontext nach dem Ersten Weltkrieg. Angesichts der massiven Zerstörungen des Konflikts von 1914-1918 und der Bedrohung einer erneuten deutschen Invasion beschließt Frankreich, den Schutz seiner Ostgrenzen nachhaltig zu verstärken.
In diesem Kontext wurde die berühmte Maginot-Linie konzipiert, ein gigantisches militärisches Befestigungssystem, das in den 1930er Jahren gebaut wurde, um Frankreich vor einem Angriff aus Deutschland zu schützen. Diese Verteidigungslinie erhielt ihren Namen von André Maginot, Kriegsminister, der die Finanzierung des Projekts unterstützt hat.
Das Fort de Fermont ist eines der Hauptwerke dieser strategischen Verteidigungslinie.
Die Geburt des Fermont-Werks
Das Werk Fermont, auch als Werk A2 bezeichnet, wurde zwischen 1931 und 1935 im befestigten Sektor Crusnes im Département Meurthe-et-Moselle erbaut.
Die Pläne für die Festung wurden Anfang 1931 von der CORF (Commission d’Organisation des Régions Fortifiées), der für die Konzeption der Anlagen der Maginot-Linie zuständigen Stelle, erstellt. Die Arbeiten begannen unmittelbar nach der Genehmigung des Projekts.
Das Ziel des Forts von Fermont war klar:
- die Nordostgrenze Frankreichs verteidigen,
- einen feindlichen Durchbruch verhindern,
- die lokale Bevölkerung schützen,
- eine deutsche Offensive verlangsamen,
- die anderen Werke der Maginot-Linie zu unterstützen.
Das Fort nimmt also eine strategische Position zwischen mehreren anderen wichtigen Befestigungsanlagen der Maginot-Linie ein.
Eine gigantische unterirdische Festung
Das Fort de Fermont ist als “großes Artilleriewerk” konzipiert, d. h. als militärische Festung, die im Kriegsfall mehrere Wochen lang autonom betrieben werden kann.
Das Werk umfasst:
- 7 Kampfblöcke gebaut,
- tiefer unterirdischer Galerien,
- ein Kraftwerk,
- der Kasernements,
- Munitionsgeschäfte,
- ein militärisches Eisenbahnnetz,
- von Lüftungs- und Luftfiltersystemen.
Ursprünglich waren 9 Blöcke im ursprünglichen Projekt geplant, aber mehrere Elemente werden aus Haushalts- und strategischen Gründen letztendlich aufgegeben.
Die bis zu 30 Meter unter der Erde gelegenen Hauptstollen verbinden die verschiedenen Teile der Festung durch ein Schienensystem, das den Transport von Munition und militärischem Material ermöglicht.
Das Fort Fermont im Zweiten Weltkrieg
Als der Zweite Weltkrieg 1939 ausbricht, wird das Fort de Fermont sofort mobilisiert. Mehr als 550 Soldaten und 19 Offiziere beziehen Stellung in der Anlage, um die Verteidigung des Sektors zu gewährleisten.
Mehrere Monate lang bleibt die Gegend während der sogenannten “Sitzkrieg” relativ ruhig. Doch im Juni 1940 intensivieren sich die Kämpfe um die Anlage. Deutsche Truppen greifen den Sektor heftig an und die Festung erleidet mehrere schwere Bombardements.
Trotz dieser Angriffe hält sich die Festung Fermont bis zum Waffenstillstand vom 22. Juni 1940 und gilt als unbesiegt. Bis heute sind die Spuren der Kämpfe an einigen Strukturen der Festung sichtbar.
Vom Fort zum Museum
Nach dem Krieg wurde das Fort de Fermont repariert und in der Anfangszeit des Kalten Krieges wieder genutzt, bevor es von der französischen Armee allmählich aufgegeben wurde.
1977 öffnete das Bauwerk schließlich dank der Arbeit von Enthusiasten, die sich im „Association des Amis de l’Ouvrage de Fermont et de la Ligne Maginot“ (Vereinigung der Freunde des Bauwerks von Fermont und der Maginot-Linie) organisiert hatten, für die Öffentlichkeit. Seitdem hat sich die Anlage zu einem der größten Museen entwickelt, das der Maginot-Linie und dem Zweiten Weltkrieg in Frankreich gewidmet ist.
Heute empfängt das Fort de Fermont Besucher, die entdecken können:
- die unterirdischen Galerien,
- die Kampfblöcke,
- der historische Militärzug,
- die Ausrüstungsteile des Originals,
- Das Museum der Maginot-Linie,
- eine der größten Sammlungen von Kanonen aus dem Zweiten Weltkrieg in Frankreich.
Ein außergewöhnlicher Zeuge der französischen Geschichte
Das Fort de Fermont ist heute weit mehr als nur eine militärische Befestigungsanlage. Es ist ein außergewöhnliches Zeugnis der französischen Militärgeschichte, der Maginot-Linie und der Ereignisse des Zweiten Weltkriegs.
Dank der Arbeit von Freiwilligen und Enthusiasten, die die Anlage seit Jahrzehnten pflegen, vermittelt die Festung weiterhin die Erinnerung an die Festungssoldaten und die Geschichte dieser riesigen Verteidigungslinie, die zum Schutz Frankreichs errichtet wurde.